Symbolbild Luftbefeuchtung Lea Bieri , 21.11.2019

Welches ist das beste System zur Luftbefeuchtung? Wir klären auf

Von Medizinern und Fachpersonen wird eine relative Luftfeuchtigkeit von 40–60 % als ideal befunden und empfohlen. Gerade in der kalten Jahreszeit fällt die Luftfeuchtigkeit in Räumen oft auf 30% oder weniger. Der Hauptgrund dafür ist die Inbetriebnahme der Heizungen, was zu einem deutlichen Temperaturunterschied zwischen Innen- und Aussentemperatur führt. Je grösser dieser Unterschied, desto trockener die Luft im Raum.

Um herauszufinden, wie das Raumklima in den eigenen vier Wänden ist, wird die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer gemessen. Ist die Raumluft zu trocken, kann mit einem Luftbefeuchter ein Ausgleich geschaffen werden. Dies führt zu einem besseren Raumklima und zu mehr Wohlbefinden. In unserem Blog-Artikel «10 Gründe für einen Luftbefeuchter» zeigen wir auf, wann und weshalb der Einsatz eines Luftbefeuchters sinnvoll ist.

Hygrometer Selina von Stadler Form

Aktive und passive Luftbefeuchtung

Jedes System zur Luftbefeuchtung hat das gleiche Ziel: die Luft mit Wasser anzureichern. Es gibt vier unterschiedliche Systeme, welche in zwei Befeuchtungskategorien unterteilt werden: aktive und passive Luftbefeuchtung.

Bei der aktiven Luftbefeuchtung spielt die Temperatur keine Rolle. Das bedeutet, dass unabhängig von der Raumtemperatur und der bereits vorhandenen Feuchtigkeit die Luft mit Wasser angereichert wird. Zu den aktiven Befeuchtungssystemen gehören die Verdampfer und die Vernebler. Der Vorteil des aktiven Befeuchtungssystems ist, dass die Luftfeuchtigkeit im Raum sehr schnell und effizient erhöht werden kann. Die Geräte dieser Kategorie weisen daher eine hohe Befeuchtungsleistung auf. Die Geräte, welche mit aktiver Luftbefeuchtung funktionieren, eignen sich für Wasser mit einem weichen bis mittleren Härtegrad.

Bei der passiven Luftbefeuchtung wird die Luft in Abhängigkeit zur Raumtemperatur und der bereits vorhandenen Luftfeuchtigkeit befeuchtet. Das bedeutet, die Luft nimmt bei diesem Prozess nur so viel Feuchtigkeit auf, wie sie aufgrund der aktuellen Temperatur auch wirklich braucht bis sie gesättigt ist. Dies geschieht über den Verdunstungsprozess, welcher mit der Technologie des Verdunster- oder Luftwäschersystems erfolgt. Es handelt sich hierbei um einen natürlichen Prozess, wie er in der Natur vorkommt. Die passive Luftbefeuchtung eignet sich für alle Wasserhärten und ist sehr energieeffizient, ohne eine Überbefeuchtung zu verursachen.

Die vier Befeuchtungssysteme einfach erklärt

Verdampfer
Das Wasser wird im Gerät zum Kochen gebracht. Ähnlich wie beispielsweise bei einem Eier- oder Wasserkocher. Durch das Sieden des Wassers entsteht keimfreier Wasserdampf. Der heisse Wasserdampf wird vom Gerät direkt in den Raum abgegeben und verteilt sich optimal in der Luft.

Dank des keimfreien Wasserdampfs eignen sich Verdampfersysteme besonders für Allergiker. Durch das Kochen des Wassers entsteht ein leises Blubbern, das sehr entspannend wirken kann. Wichtig bei Verdampfern ist die regelmässige Entkalkung des Gerätes. Bei hartem Wasser und bei Wasser aus Entkalkungsanlagen raten wir davon ab, einen Verdampfer zu benutzen, da die Geräte aufgrund der grossen Kalk- und Salzablagerungen sehr häufig entkalkt werden müssen.

Luftbefeuchter Fred von Stadler Form

Ultraschall-Vernebler
Wie der Name erahnen lässt, wird bei diesem Befeuchtungssystem Wasser in Nebel umgewandelt. Eine schwingende Ultraschall Membrane im Vernebler zerteilt das Wasser in kleinste Tröpfchen. Diese werden als Nebel durch einen, im Gerät integrierten, Ventilator in die Luft transportiert und befeuchten so die Raumluft.

Der vom Gerät ausgestossene Nebel ist grundsätzlich kalt, weil auch das Wasser darin kalt ist. Dadurch eignen sich Verneblersysteme für Kinderzimmer. Die Befeuchtung bei diesem System ist aufgrund des Nebels sichtbar, weshalb sie auch Zerstäuber genannt werden. Vernebler eignen sich weniger gut bei hartem Wasser oder Wasser aus einer Entkalkungsanlage. Ersteres enthält viel Kalk, was zu starken Kalkrückständen im Gerät und häufigem Entkalken führt. Zweites ist mit einem hohen Salzanteil angereichert, was zu weissem Niederschlag rund ums Gerät führen kann. Bei allen Luftbefeuchter-Systemen ist die regelmässige Reinigung und Entkalkung sehr wichtig, ganz besonders bei Verneblern.

Luftbefeuchter Eva von Stadler Form

Verdunster
Der Verdunster funktioniert mit dem natürlichen Prinzip des Verdunstens. Die Verdunsterkassetten im Inneren des Geräts saugen sich mit Wasser voll. Durch einen integrierten Ventilator wird die Raumluft angesogen und durch die feuchten Verdunsterkassetten geleitet. Dabei nimmt die Luft die je nach Temperatur und aktueller Luftfeuchtigkeit benötigte Feuchtigkeit auf. D.h. die durchströmende Luft nimmt kleine Wassertröpfchen auf und wird dann mit samt der Feuchtigkeit in die Raumluft hinaus geblasen.

Das Verdunstersystem bringt zwei grosse Vorteile mit sich. Zum einen sind Verdunster sehr leise und eignen sich daher hervorragend für ruhige Räume wie beispielsweise Schlafzimmer oder Büros. Zum anderen ist eine Überbefeuchtung bei diesem System nicht möglich, da der Luft nur soviel Feuchtigkeit zugeführt wird, wie sie aufgrund der aktuellen Temperatur benötigt und aufnehmen kann. Die Filter müssen bei diesem System reglemässig ersetzt werden.

Luftbefeuchter Oskar von Stadler Form

Luftwäscher
Dieses System ist eine Kombination aus Luftbefeuchter und Luftreiniger. Das Prinzip der Befeuchtung gehört in die Kategorie der Verdunster-Systeme. Der Unterschied liegt in der Wahl des Befeuchtungsmediums: im Luftwäscher werden permanent verwendbare Kunststoff-Scheiben und im Verdunster regelmässig zu ersetzende Papier- und Textilfaser-Filter eingesetzt. Luftwäscher sind mit einem Scheibenpaket ausgestattet, welches speziell für die Aufnahme von Feuchtigkeit und die Abreinigung von Partikeln aus der Luft entwickelt wurde. Die Scheiben drehen sich im Wasser und werden Befeuchtungsscheiben oder Verdunsterscheiben genannt. Ein Ventilator saugt die trockene Raumluft an und führt diese über die nassen, rotierenden Scheiben. Dabei setzen sich Verunreinigungen aus der Luft wie Pollen, Staub oder Haare auf den Scheiben fest. Das Scheibenpaket dreht sich weiter und die Partikel werden im Wasser ausgewaschen. Der saubere Teil des Scheibenpakets gibt nun die noch an der Scheibe haftende, gereinigte Feuchtigkeit in die Luft ab.

Die Luft wird bei dieser Technik nicht nur befeuchtet, sondern auch von Verschmutzungen gereinigt, weshalb Luftwäscher besonders für Allergiker empfohlen sind. Wichtig ist die regelmässige Reinigung, damit die aus der Luft ausgewaschenen Verunreinigungen aus der Wasserwanne ausgespült werden.

Befeuchterscheiben Luftbefeuchter George von Stadler Form

Sie kennen nun die vier Systeme der Luftbefeuchtung und wissen, wie sie funktionieren. Falls Sie noch unsicher sind, welche Art von Luftbefeuchter für Sie die richtige ist, dann empfehlen wir Ihnen den Blog-Beitrag «Wie wählt man einen Luftbefeuchter aus» oder unser untenstehendes Video «Den perfekten Luftbefeuchter finden».

Schauen Sie sich das Video an, um Ihren perfekten Luftbefeuchter zu finden.

0 Kommentar

* Pflichtfelder

Keine Kommentare vorhanden