Usha Müller , 09.12.2020

Die Geschichte der Aromatherapie – damals bis heute

In den unterschiedlichsten Kulturen auf der ganzen Welt wurde den ätherischen Ölen bereits vor Jahrtausenden eine grosse Bedeutung zugesagt. Dass Duftessenzen auf eine bestimmte Art und Weise wirken, ist auch den ältesten Völkern der Welt nicht entgangen. Zu rituellen oder heilenden Zwecken wurden ätherischen Öle von den Ägyptern und Griechen, wie auch von den Chinesen und Indern eingesetzt. Die Wirkung von Duftstoffen auf den menschlichen Organismus und erste Formen der Aromatherapie waren bereits im alten Ägypten bekannt. Das systematische Gewinnen von Essenzen, zu therapeutischen oder kosmetischen Zwecken, hat sich jedoch erst sehr viel später entwickelt. Heute erlebt der Einsatz von ätherischen Ölen einen Aufschwung und die Aromatherapie hat den Eingang in die breite Bevölkerung gefunden.
 

Anwendung von ätherischen Ölen im Altertum

Bereits in den Hochkulturen in Mesopotamien und Ägypten wurden Duftstoffe oder Pflanzenteile für therapeutische, kosmetische oder rituelle Zwecke eingesetzt. Zu jener Zeit war der Gebrauch dieser wertvollen Duftessenzen jedoch den Priestern und Herrschern vorbehalten. Bei den Ägyptern kamen den naturreinen Ölen bei Zeremonien eine bedeutende Rolle zu; sie dienten der Reinigung der Luft oder als Opfergaben für die Götter. Zu medizinischen Zwecken fanden die duftenden Essenzen Anwendung in Form von Bädern, Raumdüften, Massageölen oder als Heilmittel. Und in Salben oder Pasten verarbeitet, wurden sie gerne als Kosmetika benutzt. Eine der bekanntesten Nutzerinnen von Produkten mit ätherischen Ölen dürfte die ägyptische Königin Cleopatra gewesen sein.

Einer der wertvollsten und ältesten Beweise für das jahrtausendealte Bestehen der Destillierkunst ist ein mesopotamisches Destilliergerät, welches Archäologen bei neueren Ausgrabungen fanden. Das Destilliergerät konnte klar der Gewinnung von ätherischen Ölen zugeordnet werden. Schon damals wurden mittels Wasserdampfdestillation ätherische Öle aus Pflanzenteilen, insbesondere der Rinde, gewonnen.

Ohne die Wirkung von ätherischen Ölen wäre uns ein Grossteil der ägyptischen Kultur wohl verborgen geblieben. Im alten Ägypten wurden die Verstorbenen bei der Mumifizierung mit Zedern-Öl eingerieben, welches eine konservierende Wirkung besitzt. Dasselbe gilt für den Erhalt von alten Schriftrollen aus Papyrus. Das Öl des Zedernholzes wurde ebenfalls als Räucherwerk oder als Zusatz in Haar- und Hautpflegeprodukten verwendet. Alten Tontafeln aus der Zeit der Ägypter können geheime Rezepturen für Salben, Pasten und Räucherwerk entnommen werden, welche mit den naturreinen Ölen hergestellt wurden. Die Bedeutung der Duftessenzen im alten Ägypten ist kaum zu übersehen, wurde doch in der altägyptischen Mythologie den Düften gar eine Gottheit gewidmet; Nefertem – der Schutzgott der Düfte, Salben und Salböle.

Zu Zeiten Babylons wurden ätherische Öle benutzt, um den Mörtel, mit welchem die Babylonier ihre Tempel bauten, zu parfümieren – vorzugsweise mit Myrte, Zedernholz und Zypresse. Alle drei Öle werden heute therapeutisch genutzt. In China und Indien stellten die Bewohner ebenfalls ätherische Öle, insbesondere von Rosen und Kalmus her. Die gewonnenen Essenzen wurden zu Heilzwecken wie beispielweise medizinischen Massagen genutzt.

Hieroglyphen aus Ägypten

 

Der Gebrauch ätherischer Öle bei den Griechen und Römern

Das Wissen von den aromatischen Essenzen und duftenden Wässern wurde durch die Eroberung des ägyptischen Reiches an die Griechen und Römer weitergegeben. Sie zehrten vom Wissen und der Erfahrung der Ägypter in der Gewinnung der Öle aus Heilpflanzen. Sowohl die Griechen wie auch die Römer gewannen mittels Destillationsverfahren bereits systematisch ätherische Öle, wenn auch noch nicht in dem heutigen Masse.

Der Grieche Hippokrates, der als geistiger Vater der modernen Medizin angesehen wird, war ein klarer Befürworter ätherischer Öle für medizinische Zwecke. Er verschrieb wohlriechendes Räucherwerk und warme Umschläge zur Genesung bei bestimmten Krankheiten.

Der Gebrauch aromatischer Essenzen erlebte bei den Römern einen grossen Aufschwung. Ätherische Öle wurden gezielt zu Heilzwecken eingesetzt. Überlieferte Geschichten eines römischen Geschichtsschreibers berichten auch von der Anwendung von Minze-Blättern zur Reinigung von Krankenhäusern. Bei den Römern waren die wertvollen Öle nicht nur aus medizinischer Sicht beliebt, sondern wurden auch in grosszügigem Mass zu kosmetischen Zwecken benutzt; in Parfums, als aromatisierte Körperöle und in wohlriechenden Kosmetika.
 

Aromatherapie bei den Persern und im Mittelalter

Nachdem es etwas ruhiger geworden war um die Wirkung und das Wissen von Kräutern und Räucherungen, gaben um das 11 Jh. arabische Ärzte und Alchemisten im Mittelmeerraum ihr Wissen weiter. Der erneute Aufschwung in der Aromatherapie wird der Erfindung des persischen Arztes und Alchemisten Ibn Sina zugeschrieben – bei uns bekannt als Avicenna. Ibn Sina erfand eine Kühlschlange für die Wasserdampfdestillation mit deren Hilfe die Destillation von ätherischen Ölen wesentlich effektiver und besser vonstatten ging. Dadurch gewannen ätherische Öle und mit ihnen die Aromatherapie wieder an Bedeutung. Ibs Sina’s «Canon der Medizin» blieb bis ins 16. Jh. das bedeutendste Lehrbuch der Medizin. Darin empfahl der Arzt die Anwendung ätherischer Öle und Pflanzenwässer zur Behandlung physischer und psychischer Krankheiten.

Im 15. Jahrhundert wurde die Auswahl der Pflanzen zur Gewinnung ätherischer Öle enorm vergrössert – darunter die heute noch genutzten Öle von Wacholder, Rose, Salbei und Rosmarin. Um 1500 herum widmete sich einer der berühmtesten europäischen Ärzte, Paracelsus, eingehend den naturreinen Ölen. Paracelsus untersuchte die Wirkung der ätherischen Öle und nahm diese natürlichen Essenzen in seine Heilmittel mit auf.

Destillation Aromen

Beginn der Aromatherapie in der Medizin

Erst durch einen Zufall entdeckte der französische Chemiker und Parfümeur René-Maurice Gattefossé um 1920 herum die Wirkung ätherischer Öle (wieder) und verhalf der Aromatherapie zu einem neuen Aufschwung. Während eines chemischen Experiments in seinem Labor verbrannte Gattefosssé sich seinen Arm und tauchte ihn in die nächstgelegene Flüssigkeit; glücklicherweise ein volles Fass Lavendelöl. Die Schmerzen liessen rasch nach, die Wunden heilten sehr schnell und hinterliessen keine Narben; sehr zum Erstaunen von Gattefossé. In diesem Moment begann die wissenschaftliche Studie über die heilende Eigenschaft ätherischer Öle. René-Maurice Gattefossé, der Begründer der Aromatherapie, widmete den Rest seines Lebens der Erforschung von naturreinen Ölen zu therapeutischen, medizinischen und ästhetischen Zwecken. Sein 1939 erschienenes Buch «Aromatherapie» wird heute noch gerne zu Rate gezogen.
 

Aromatherapie heute

Wenn heutzutage von Aromatherapie gesprochen wird, ist damit die Wirkung von ätherischen Ölen zur Behandlung von Befindlichkeitsstörungen und Erkrankungen gemeint. Die Öle werden zur Steigerung des Wohlbefindens und zur Linderung von Krankheiten eingesetzt. Die Aromatherapie gilt als Form der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) und findet weltweit Anwendung. In diversen Ländern ist die Aromatherapie heute sogar ein Bestandteil der schulmedizinischen Therapie geworden.

In den vergangenen 30 Jahren konnte sich die Aromatherapie steigender Beliebtheit erfreuen. Nicht zuletzt ist dieser Hype Untersuchungen geschuldet, welche die Wirksamkeit ätherischer Öle auf Körper und Geist belegen. Hinzu kommt, dass der Zugang zu den Pflanzenessenzen der grossen Masse ermöglicht wird und nicht mehr ein Privileg der Oberschicht ist.

Die Auswahl an naturreinen Ölen und deren Anwendungsarten und Einsatzmöglichkeiten für die Aromatherapie sind mannigfaltig. Erfahren Sie mehr über die 10 wichtigsten ätherischen Öle oder gönnen Sie sich ein naturreines Öl aus unserer kleinen, aber feinen Stadler Form Kollektion.

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