Schimmel vorbeugen – Ursachen und Massnahmen kennen
Ein Besucher, den keiner bei sich zuhause haben möchte: Schimmel. Er ist unästhetisch, vor allem aber ist er gesundheitsgefährdend und kann Infektionen und Atembeschwerden hervorrufen oder sie verstärken. Falls du dich fragst, wie er entsteht und wie du Schimmel vermeiden kannst, dann ist dieser Beitrag genau richtig für dich. Wir erläutern Ursachen von Schimmel, wie du Schimmelbildung erkennst und wie du Schimmel vorbeugen kannst.
Was ist Schimmel? 🧐
Schimmel ist ein Überbegriff für verschiedene Pilze, die zu unserer natürlichen Umwelt gehören. Die Pilze besiedeln als Geflecht (Myzel) verschiedene Oberflächen und gedeihen in feuchter Umgebung. Schimmel bildet Pilzfäden, welche mikroskopisch kleine Sporen ausbilden. Es gibt unter anderem schwarzen, grünen, roten, weissen und gelben Schimmel. Im Kreislauf der Natur haben Schimmelpilze wichtige Aufgaben, wie das Zersetzen von organischem Material. Bei Lebensmitteln wie Käse gibt es Edelschimmel, welcher gar eine Delikatesse ist. In deinem Zuhause hingegen kann Schimmel in der Wohnung Gesundheit, Einrichtung und Bausubstanz gefährden.
Schimmel vorbeugen: So funktioniert’s 💡
Was tun gegen Schimmel? Die Schimmelbildung vermeiden. Das A und O, um Schimmel vorbeugen zu können, sind ein baulich intaktes Gebäude und ein gesundes Raumklima. Bei ersterem kann nur in der Planung und der Bauphase vorgebeugt werden. Auf ein optimales Raumklima hast du aktiv Einfluss. Dazu gehören unter anderem eine optimale relative Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent, richtiges Heizen und richtiges Lüften. Was genau du beachten musst, erläutern wir hier ausführlicher.
1. Luftentfeuchter einsetzen
Ein Luftentfeuchter reduziert die Feuchtigkeit in der Luft und sorgt so für eine ideale relative Luftfeuchtigkeit. Alle Stadler Form Luftentfeuchter sind mit einem Hygrostat ausgestattet, der das Gerät automatisch ausschaltet, sobald die gewünschte Luftfeuchtigkeit erreicht ist. Steigt die Luftfeuchtigkeit wieder über den eingestellten Wert, schaltet sich der Luftentfeuchter automatisch wieder ein.
2. Richtig lüften
Stosslüften heisst das Zauberwort. Das ganze Jahr, mehrmals (2–4x) täglich 5–10 Minuten richtig durchlüften – nicht nur die Fenster kippen. Das sorgt für eine gute Luftzirkulation. Im Sommer sollte möglichst morgens und abends Durchzug geschaffen werden. Je grösser der Unterschied der Raum- und Aussentemperatur, desto kürzer die Lüftzeit. Das heisst, im Herbst und Winter sollte die Anzahl erhöht, dafür die Dauer etwas gesenkt werden. Übrigens können dauerhaft gekippte Fenster Schimmel in der Fassade fördern. Dieser entsteht meist oberhalb des Fensters, wo dauerhaft warme Luft auf die kalte Aussenwand trifft und kondensiert.
3. Richtig heizen
Ab Herbst wird es kälter. Einige lieben es, andere weniger. Es ist wichtig, dass die Raumtemperatur nicht zu tief ist. Als Faustregel gilt nicht unter 18 °C. Siehe dazu auch gerne die Tabelle «Ideale Werte für verschiedene Räume» Aber auch, dass der Heizkörper nicht verdeckt ist und die Heizungsluft im Raum, aber auch zwischen Wänden und Möbeln zirkulieren kann. Mehr dazu, wie du mit richtigem Heizen Schimmel vermeiden kannst, erfährst du hier.
4. Türen schliessen
Bei grösseren Temperaturunterschieden zwischen Räumen solltest du die Türen geschlossen lassen. So kannst du Heizkosten sparen und verhinderst, dass warme Luft in kühlere Räume zieht, dort kondensiert und dadurch die Schimmelbildung fördert.
5. Hygrometer nutzen
Platziere in jedem Raum ein Hygrometer und überwache damit Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit. Als ideal gilt ein Wert von 40 bis 60 Prozent bei 20–23 °C. Die Empfehlung ist vom Raum abhängig. Hier findest du eine Übersicht für ideale Werte je Raum. Durch die regelmässige Kontrolle erkennst du Schwankungen und einen Anstieg der Feuchtigkeit und kannst entsprechend Massnahmen ergreifen, bevor sich Schimmel bildet.
6. Platzierung der Möbel
Grundsätzlich gilt, dass zwischen Aussenwand und Möbelstück mindestens 5–10 cm Abstand sein sollte, damit die Luft zirkulieren kann. Geschlossene Schränke sollten nicht direkt an kalte Wände gestellt werden.
7. Feuchtigkeitsquellen reduzieren
Trockne deine Wäsche möglichst nicht in der Wohnung oder beachte unsere Tipps dazu. Lüfte direkt nach dem Duschen oder Baden. Wenn vorhanden, verwende beim Kochen immer den Dampfabzug. Sorge dafür, dass die entstandene Feuchtigkeit rasch nach draussen abtransportiert wird, um eine Schimmelbildung zu vermeiden.
8. Wasserschäden
Ob Rohrbruch, Überschwemmung oder andere Schäden dieser Art, beseitige den Schaden umgehend und trockne die betroffenen Materialien schnellstmöglich. Bei grösseren Schäden solltest du dich umgehend an deine Verwaltung oder direkt einen Fachbetrieb wenden.
Wichtig: Es handelt sich hierbei um Tipps. Das Einhalten hilft, garantiert aber nicht, dass du in jedem Fall Schimmel vorbeugen kannst. In vielen Fällen ist die Bauweise schuld an der Bildung von Schimmel oder es hat im Gemäuer bereits Schimmelsporen. In diesem Fall richten diese Tipps nichts aus. Bei bereits vorhandenem Schimmel muss immer eine Fachperson hinzugezogen werden.
Entstehung und Ursachen von Schimmel 🍄
Zu viel Feuchtigkeit bildet den idealen Nährboden für Schimmel. Treffen Schimmelsporen auf feuchte Oberflächen, können diese unbemerkt spriessen, bis der Schimmelbefall sichtbar wird.
Zu den Ursachen von Schimmel gehören nicht nur Kondensation und Wasserschäden. Schimmelsporen können von draussen in Räume gelangen. Aber auch bauliche Mängel und zu hohe Luftfeuchtigkeit können die Schimmelbildung fördern. So steigt die Gefahr für Schimmel, wenn die relative Luftfeuchtigkeit für einen längeren Zeitraum über 60 Prozent liegt. Aber auch falsch platzierte Möbel fördern die Bildung, wie zum Beispiel grosse Möbelstücke, die zu nah an kalten Aussenwänden stehen. Das Möbelstück verhindert, dass die Aussenwand erwärmt werden kann und der fehlende Abstand verhindert die Luftzirkulation zwischen Möbel und Wand. Der perfekte Herd für Schimmelbildung. Ebenfalls ihren Beitrag leisten meist unbewusste Alltagsgewohnheiten wie unzureichendes Lüften, zu tiefe Raumtemperaturen und zu wenig heizen, aber auch zu viele Pflanzen, Duschdampf und Kochdampf können für zu viel Feuchtigkeit sorgen und damit Entstehung und Ursache von Schimmel begünstigen.
Wie erkenne ich Schimmelbildung? 🔍
Es ist wichtig, frühe Anzeichen zu kennen und zu erkennen. So kannst du gesundheitliche Risiken minimieren und grössere Schäden verhindern. Schimmelsporen sind gefärbt und bilden im Wachstum entsprechende Flecken, aber es gibt noch weitere Indizien. Es ist wichtig, dass du deine Wohnung regelmässig auf folgende Hinweise prüfst. Es kann sich um Anzeichen für einen Schimmelbefall handeln.
🍄 Muffiger, modriger, fauliger Geruch
🍄 Farbige oder dunkle Punkte oder Flecken an Wänden, Decken oder Einrichtungsgegenständen
🍄 Kondenswasser an Fenstern
🍄 Feuchte Wände
Wellende oder sich ablösende Tapeten
🍄 Unerklärliche Atembeschwerden oder allergische Reaktionen
Das Hygrometer hilft dir dabei, ein Auge auf die Luftfeuchtigkeit zu haben. So kannst du frühzeitig erkennen, wenn es zu feucht wird und entsprechend reagieren.
Tipp: Schau auch regelmässig hinter Möbel, die nah an Wänden stehen.
⁉️ Hast du den Verdacht auf Schimmel? Dann wende dich sofort an die Verwaltung oder bei Eigentum an eine Fachperson.
Hilfe! Schimmel in meinem Zuhause 😱
Wenn du Schimmel entdeckst oder vermutest, melde den Schimmelbefall umgehend deinem Vermieter oder deiner Vermieterin. Dokumentiere den Befall mittels Fotos und beschreibe den Schaden möglichst detailliert. Vermieter*innen sind verpflichtet, Schimmel und dessen Ursache zu beheben. Auch die Beweispflicht, ob der Schimmelbefall aufgrund eines Fehlverhaltens der Mietpartei entstand oder es sich um bauliche Mängel handelt, obliegt dieser Verpflichtung. Sollte nichts gegen den Schimmel in deiner Wohnung unternommen werden, kannst du rechtliche Schritte in Erwägung ziehen oder – zum Wohl deiner Gesundheit – umziehen. Bei Eigentum ist es essenziell, eine Fachperson beizuziehen, um eine gründliche Behandlung des Schimmels sicherzustellen.
Schnelle Antworten zum Thema Schimmel in der Wohnung
Nachfolgend beantworten wir dir im Schnelldurchlauf häufige Fragen rund um das Thema Schimmel in Innenräumen.
Schimmel ist der Überbegriff für Pilzarten, die in feuchten Umgebungen als Geflecht (Myzel) auf Oberflächen wachsen.
Durch Feuchtigkeit, Wärme und einen organischen Nährboden (Bausubstanzen, Wand, Möbel, Textilien) oder durch Baumängel.
Ja. Es hängt von der Art des Schimmelpilzes ab, aber Schimmel in Innenräumen ist grundsätzlich immer gesundheitsschädlich.
Ja, du kannst Schimmel vorbeugen, indem du richtig lüftest, gleichmässig heizt, Möbel korrekt platzierst und Feuchtigkeitsquellen reduzierst.
An Flecken in Ecken, an Wänden oder Möbeln. Durch einen fauligen, modrigen Geruch, der trotz Lüften nicht verschwindet. Oder Indizien wie Kondenswasser an Fenstern und kalte, feuchte Wände.
Mit einem optimalen Raumklima in einem intakten Gebäude. Luftfeuchtigkeit im Raum mit einem Hygrometer überwachen, regelmässige Inspektionen der Räume inklusive Blick hinter die Möbel. Und mit einem Luftentfeuchter.
Wenn du Schimmelbefall feststellst oder vermutest, umgehend der Verwaltung melden oder bei Eigentum eine Fachperson beiziehen. Den Schimmelbefall dokumentieren mit einem Beschrieb und Fotos.
Schimmelbildung vermeiden: Entstehung und Ursachen von Schimmel
In diesem Blogbeitrag erfährst du, wie Schimmel entsteht, welche Faktoren seine Bildung begünstigen und vor allem, wie du Schimmel in deinem Haus oder deiner Wohnung effektiv vorbeugen kannst.